Mein Motto für 2026: Einfach machen – EINFACH machen

Ich gehe gern mit Ideen ins neue Jahr. Ich plane, denke voraus, habe Lust, Dinge zu bewegen und Neues auszuprobieren. Und trotzdem kenne ich dieses Gefühl nur zu gut, dass im Kopf alles schon fertig ist, während im Alltag vieles liegen bleibt. Nicht aus fehlender Motivation, sondern weil die Gedanken manchmal größer werden als der nächste machbare Schritt.

Ideen sind wie kleine Blitze. Ein Gedanke führt zum nächsten, plötzlich entsteht ein ganzes Netz aus Möglichkeiten. In meinem Kopf entsteht ein Kreativgewitter – voller Energie und Lust am Denken, aber nicht immer klar strukturiert. Lange habe ich versucht, diese Geistesblitze erst zu ordnen und vollständig zu durchdenken, bevor ich ins Tun komme. Und genau dort bin ich oft hängen geblieben.

Aus dieser Erfahrung ist mein Motto für 2026 entstanden: Einfach machen – EINFACH machen. Nicht als Aufforderung, schneller oder mehr zu tun, sondern als Erinnerung an mich selbst. Weniger zerdenken, weniger vorbereiten, weniger perfektionieren und stattdessen den nächsten kleinen Schritt gehen. Nicht alles gleichzeitig und nicht alles sofort, sondern dort anfangen, wo ich gerade stehe.

Gerade in einem Alltag mit Schichtarbeit, begrenzter Energie und vielen Rollen hilft mir dieser Gedanke. Ich habe nicht immer Zeit, Kraft oder einen freien Kopf, aber fast immer einen kleinen Moment. Und manchmal reicht genau der, um etwas zu beginnen.

Einfach machen – EINFACH machen

An meinem Motto mag ich besonders, dass es zwei Ebenen hat. Auf den ersten Blick klingt es simpel und genau darin liegt seine Stärke.

Einfach machen bedeutet für mich, anzufangen, nicht alles bis ins Detail zu planen, nicht zu warten, bis die Bedingungen perfekt sind. Ideen müssen nicht fertig gedacht sein, um einen ersten Schritt zu gehen. Manchmal reicht es, den Stift in die Hand zu nehmen, die Kamera einzupacken oder ein paar Zeilen zu schreiben – ohne zu wissen, wohin es führt.

EINFACH machen geht noch einen Schritt weiter. Es heißt, Dinge bewusst einfacher zu halten. Weniger gleichzeitig wollen. Komplexität rausnehmen, wo sie nicht nötig ist. Nicht jede Idee verfolgen, nicht jedes Projekt sofort ernst nehmen, nicht alles verwerten oder sichtbar machen müssen.

Lange habe ich beides miteinander vermischt. Ich wollte anfangen, aber gleichzeitig alles richtig, durchdacht und sinnvoll machen. Genau das hat mich oft ausgebremst. Dieses Motto erinnert mich daran, dass Leichtigkeit kein Mangel an Anspruch ist – sondern eine Haltung, die mir hilft, überhaupt ins Tun zu kommen.

Wo ich „Einfach machen“ bereits lebe

In meinem Alltag zeigt sich dieses Motto vor allem in kleinen Dingen. Dort, wo ich aufgehört habe zu warten, bis etwas perfekt vorbereitet ist, und stattdessen einfach angefangen habe.

Ein gutes Beispiel dafür ist meine MiniArt365-Challenge. Jeden Tag ein kleines Bild – nicht mehr und nicht weniger. Kein Anspruch auf ein fertiges Werk, keine Bewertung, kein Ziel außer dem Tun selbst. An manchen Tagen sind es nur wenige Minuten, an anderen entsteht mehr. Und genau das ist in Ordnung. Es geht nicht darum, jeden Tag etwas Besonderes zu schaffen, sondern darum, dranzubleiben.

Ähnlich erlebe ich das beim gemeinsamen Sketching in der Sketching-Familie. Auch wenn wir uns „nur“ über Zoom treffen, entsteht dabei ein echtes Gemeinschaftsgefühl. Ich zeichne mit, lasse mich inspirieren, probiere aus – ohne vergleichen zu müssen, ohne besser sein zu wollen. Ich bin einfach dabei.

Auch meine Fotografie hat sich in diese Richtung entwickelt. In den monatlichen Treffen der „Masters of Lights“ und in den Challenges der Gruppe „Raus aus der Automatik“ geht es nicht um Ergebnisse, sondern um das Sehen. Um Experimente, neue Perspektiven und darum, den eigenen Blick weiter zu schärfen. Ich muss nichts abliefern – ich darf entdecken.

All diese kleinen Momente haben eines gemeinsam: Ich denke weniger darüber nach, ob etwas „reicht“. Ich mache es einfach. Und oft entsteht genau daraus das, was vorher gefehlt hat – Leichtigkeit.

Was „Einfach machen“ für mich nicht bedeutet

„Einfach machen“ heißt für mich nicht, alles über Bord zu werfen oder planlos durch den Alltag zu gehen. Es bedeutet auch nicht, ständig produktiv zu sein oder aus jeder Idee sofort ein Projekt zu machen.

Es heißt nicht, dass mir alles egal ist. Und es heißt auch nicht, dass Dinge keine Tiefe haben dürfen. Im Gegenteil: Gerade weil mir Kreativität, Fotografie und Schreiben wichtig sind, brauche ich einen Umgang damit, der mich nicht blockiert.

„Einfach machen“ bedeutet für mich auch nicht, immer sichtbar zu sein. Nicht jedes Bild muss geteilt werden, nicht jeder Gedanke ausgesprochen, nicht jede Idee zu Ende gedacht werden. Manche Dinge dürfen entstehen, ohne Zweck, ohne Publikum und ohne Bewertung.

Und es heißt ganz sicher nicht, dass ich mir keine Pausen erlaube. Müdigkeit, fehlende Energie oder das Bedürfnis nach Rückzug sind keine Hindernisse, die überwunden werden müssen, sondern Signale, die ernst genommen werden wollen.

Dieses Motto ist keine Abkürzung zu mehr Leistung. Es ist eher eine Einladung, den Druck herauszunehmen und den Weg frei zu machen für das, was von selbst entstehen will, wenn man sich erlaubt, anzufangen.

Ein Motto als Begleiter, nicht als Maßstab

Dieses Motto soll mich nicht antreiben, sondern begleiten. Es darf mich daran erinnern, dass Kreativität nicht vom Durchdenken lebt, sondern vom Tun. Dass Leichtigkeit nichts Oberflächliches ist, sondern etwas sehr Wertvolles. Einfach machen – EINFACH machen ist mein Gegenpol zum inneren Druck und mein stiller Kompass für alles, was kommen darf.

Und vielleicht reicht es manchmal schon, einfach anzufangen – ohne zu wissen, wohin es führt.

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